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Seit letztem Jahr gibt es etwas Neues auf meiner Symptomliste – ganz nach dem Motto: "Darf's sonst noch was sein?" Na klar, immer her damit... Ich halte die Hände auf.
Eigentlich hatte ich diese Beschwerden schon länger, aber diesmal wurde es immer schlimmer und ließ sich nicht mehr so richtig ignorieren.
Also fasste ich allen Mut zusammen und schilderte meine Empfindungen meinem Neurologen.
Es ging um das Thema: SPRECHEN.
Beim Sprechen fiel mir auf, dass ich plötzlich mitten im Gespräch gar nicht oder nur schwer – unter anderem – Wörter mit B, P oder K, sowie Wörter mit doppelten Konsonanten, herausbekam. Manchmal sprach ich fließend am Stück, und plötzlich nur noch abgehackt. Wenn ich abgelenkt oder unterbrochen wurde, fand ich nur sehr schwer zu meinen Sätzen zurück.
Dazu kam ein gewisses Kloßgefühl beziehungsweise eine Enge im Hals, die ich schon als Kind ab und an hatte, aber nie wirklich jemandem erzählt habe. Die Schilddrüsenwerte sind bisher immer völlig in Ordnung gewesen.
Mein Neurologe vermutete zunächst, dass meine Beschwerden psychisch bedingt seien. Auf meinen Wunsch hin stellte er mir jedoch ein Rezept für eine logopädische Behandlung aus, die ich dann im Herbst begann.
Im Rahmen der logopädischen Diagnostik wurden verschiedene Testverfahren durchgeführt, zum Beispiel das Nachsprechen sogenannter Pseudowörter. Die Logopäden stellten dabei folgende Befunde fest:
- Störungen der Sprechbewegungsplanung und -steuerung
- Hastige, clavikulare Atemtechnik
- Defizite bei der Sprechatmung, insbesondere bei der Atem-Stimm-Koordination
- Unzureichende Atemstütze
- Geschwächte Zwerchfellmuskulatur
Im Verlauf der Therapie lernte ich einige Methoden kennen, um mit dem aktuellen Zustand besser umzugehen. Leider wurde mir jedoch gesagt, dass eine Heilung bei dieser Symptomatik – vor allem aufgrund der Kombination aus Muskelabbau und Ansteuerungsproblemen – eher unwahrscheinlich sei.
Aus Hilflosigkeit wandte ich mich schriftlich an die Klinik in Göttingen, um zu erfahren, ob solche Symptome bei einer HMSN-Erkrankung bekannt sind. Leider wurde dies dort verneint. Das kann ich jedoch nicht ganz nachvollziehen, denn schließlich handelt es sich bei HMSN um eine Störung der Nervenleitgeschwindigkeit, die auch mit Muskelabbau einhergeht. Das Zwerchfell, das für die Atmung essenziell ist, besteht aus Muskulatur – und eine funktionierende Atmung ist wiederum grundlegend für das Sprechen.
Zusätzlich vermute ich, dass mein Fatigue-Syndrom zu Konzentrationsstörungen beiträgt. Besonders in Situationen mit Reizüberflutung (z. B. Menschenansammlungen, viele Gespräche, Stress) fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren. Es kostet mich dann viel Kraft, einem Gespräch zu folgen, spontan zu reagieren oder überhaupt etwas zu erzählen. Dieser Zustand ist jedoch sehr tagesformabhängig.
Konzentrationsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen und ähnliche Probleme können meines Erachtens eine Folge der Überanstrengung unseres Gehirns und Körpers sein. Unser Gehirn muss für Bewegungen und Ansteuerungen mehr Impulse aussenden als bei gesunden Menschen, was zu schnellerer Ermüdung führt. Dadurch fällt es schwerer, sich zu konzentrieren, Wörter werden vergessen oder die Informationsverarbeitung dauert länger.
Warum sollten Sprachprobleme also nicht auch ein Begleitsymptom der HMSN sein?
Im letzten Jahr habe ich kaum noch gerne gesprochen. Es war einfach nur noch anstrengend – körperlich wie geistig – und die Leichtigkeit ging völlig verloren. Besonders deutlich ist das bei totaler Erschöpfung oder Überforderung.
Es gibt aber auch Tage, an denen ich ausgeschlafen und gut gelaunt bin – und trotzdem fällt mir das Sprechen schwer. Wer soll da den eigenen Körper noch verstehen?
Mittlerweile habe ich mich halbwegs an diesen Zustand gewöhnt und stehe dazu, wenn wieder mehr Auffälligkeiten auftreten.
Da ich mich lieber an den Erfahrungen anderer Betroffener orientiere als ausschließlich an medizinischen Aspekten, suche ich den Austausch mit Leidensgenossen. Unser Krankheitsbild ist noch zu wenig erforscht, und wir wissen selbst am besten, wie wir uns wirklich fühlen – egal, ob unsere Krankheit „nach Bilderbuch“ verläuft oder für Ärzte diffus erscheint.
Geht es jemandem ähnlich wie mir?
Ich suche den Austausch zu diesem Thema und freue mich über Rückmeldungen!
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Nicole Holtmannspötter (Donnerstag, 23 Juli 2020 17:29)
Hey, ich bin 48 Jahre, laufe am Rollator, habe noch keine genaue Diagnose, nur vererbare Polyneuropathie und Schmerzen, Schmerzen. Kann vieles von Dir nachempfinden und finde es toll, wie Du dies in Worte fassen kannst.
Katrin (Mittwoch, 09 September 2020 02:51)
Hi, ich bin 67 Jahre alt und habe meine Diagnose erst l/2017 bekommen! HMSN 1 ! Man muss sich mal vorstellen, dass ich über 30 Jahre gedauert hat, bis ich erfahren habe, was mit mir los ist !! Ich bin ständig umgeknickt mit den Füßen und würde schon in der Schule gehänselt, weil mein Gang auffällig war. Ich habe kein Gleichgewicht, bin schwerhörig , Habe Wortfindungsstörungen, Sprachstörungen hin u. wieder, Schwäche in Beinen u. Armen u. Schmerzen. Ein Auszug aus meiner Liste meiner Symptome. 1 x im Jahr fahre ich in die Reha nach Bad Sooden Allendorf �! Ich kann diese Klinik nur jedem empfehlen! Spezialisiert auf unsere Erkrankung! Ich kann mich meiner "Vorrednern " nur, anschließen und ebenfalls ein großes Lob aussprechen für diese Seite und deine Worte, die du findest ! Danke!
Gleichzeitig kann ich auch auf eine HMSN Gruppe bei Facebook hinweisen, wo auch ein reger Gedankenaustausch und hilfreiche Informationen gepostet werden
Janett Werrmann (Montag, 24 Oktober 2022 11:48)
Hallo alle zusammen,
Ich bin 54 Jahre alt mit 48 brach die Krankheit aus und hatte schon als Kind Symptome, typisch für mich waren hws Beschwerden und Sehstörungen. Später traten zuerst gangstörungen auf. Schmerzen kamen erst nach 6 Jahren. Typisch für diese Erkrankung sind auch Migräne Attacken vom feinsten!
Mittlerweile steht mein Befund fest und er ist schwerwiegend Typ HMSN 4 b 2 mit glaucom schrecklich. Schmerzen sie man nicht mehr aushält, das Gehirn brennt wie Feuer auch der ganze Körper, Gesicht taub und schmerzhaft, Augen immer wieder Schmerzen und geschwollen. Was für ein Mist und damit alt werden, wie nur? Schreibe ständig Ärzte wegen Studien an, weil so schwer krank geht gar nicht! Vorher noch ein anderes Leben. Jetzt schon fast im Grab! Ich kann nicht mal mehr meine normale Brille aufsetzen schon ist das Gehirn überlastet und triftet an. Im letzten Urlaub Holland wäre ich fast im Rollstuhl an atemstillstand gestorben. Mit dem sprechen kenne ich auch habe da sogar epileptische Anfälle. Also alles in allem, das reinste Chaos, jeden Tag diesen zu erleben ist der reinste Wahnsinn. Hoffentlich bringt die Wissen Schaft mal einen Stopp zu Stande!
Wer zu mir gern Kontakt möchte : email: [email protected]
Komme übrigens auch aus dem schönen Sachsen ❤️�